SOMurai Clonk Wallerholz von Vitali Dalke

Auf Wels mit dem Wallerholz: Vermeide diese Fehler!

Vitali Dalke

Welsangeln mit dem Wallerholz: Vermeide diese Fehler beim Klopfen auf Wels.

Autor: Vitali Dalke

Seid gegrüßt, liebe Angelfreunde! Lasst uns über die Strategie beim Klopfen mit dem Wallerholz auf Wels sprechen. Ich sehe oft, dass Anfänger, aber auch erfahrene Wallerangler, immer wieder dieselben Fehler machen, die sie letztlich ohne Fang nach Hause schicken. Ich habe sechs Hauptfehler beim Einsatz des Wallerholzes herausgearbeitet, deren Behebung eure Ergebnisse radikal verändern wird.

Fehler 1: Sammelleidenschaft statt Meisterschaft

Das Erste, womit ein Anfänger konfrontiert wird, ist das Marketing. Man erzählt euch, ihr bräuchtet ein spezielles Wallerholz für Flachwasser, eines für den Fluss und ein drittes für den See. Am Ende liegt ein ganzer Haufen „Brennholz“ im Boot, aber der Erfolg bleibt aus. Mein Rat ist simpel: Wählt ein Modell, das euch gut in der Hand liegt, und arbeitet ausschließlich damit.

Welches Wallerholz zum Klopfen? Vitali testet verschiedene Modelle

Vitali Dalke testet verschiedene Wallerhölzer am Wasser

Es gibt keine „Wunder-Wallerhölzer“. Das ganze Geheimnis liegt in eurer Hand. Wenn ihr euch an ein Werkzeug gewöhnt habt, könnt ihr es unter allen Bedingungen bedienen – egal ob bei Wellen, Wind oder Flaute. Wenn ihr ständig das Wallerholz wechselt, wird euer Muskelgedächtnis gestört. Ihr verschwendet kostbare Angelzeit damit, „das Händchen“ neu zu finden, anstatt Fische zu fangen. Das beste Wallerholz ist das, mit dem ihr stundenlang auf Autopilot klopfen könnt, ohne über die Technik nachdenken zu müssen.

Wallerholz SOMurai von Vitali Dalke

Ein Wallerholz von Vitali Dalke - "SOMurai"

Fehler 2: Die Fixierung auf bekannte Stellen

Viele Angler handeln nach Schema F: Sie fahren zu einer bekannten tiefen Stelle und beackern es von morgens bis abends. Das ist eine Sackgasse. Erstens stehen solche Stellen oft unter enormem Angeldruck. Wenn bereits zehn Boote über den Köpfen der Waller gekreuzt sind und hunderte Schläge mit dem Wallerholz geklopft wurden, reagieren die Fische einfach nicht mehr.

Vitali Dalke mit großem Waller aus dem Rhein den er mit Wallerholz gefangen hat

Diesen Wels fing Vitali Dalke vor langer Zeit am Oberrhein mit dem Wallerholz

Zweitens steht der Wels nicht immer am tiefsten Punkt. Er kann an Kanten stehen, in 5–6 Metern Tiefe bei einer Gesamttiefe von 12 Metern verweilen oder ganz ins Fahrwasser oder sogar ins flachere Wasser ziehen. Wenn ihr eine vielversprechende Stelle abgefahren habt und keine „Aufsteiger“ auf dem Echolot seht, müsst ihr sie nicht endlos weiter beklopfen. Zieht weiter, sucht neue Plätze, prüft flachere Bereiche. Manchmal stehen Waller an völlig unscheinbaren, eintönigen Gewässerabschnitten ohne Struktur. Zu den tiefen Löchern könnt ihr später zurückkehren, wenn sich die Fische beruhigt haben.

Fehler 3: Angeln nach denselben Zeitplan

Dieser Fehler hängt eng mit der Platzwahl zusammen. Viele gewöhnen sich an, immer zur gleichen Zeit zu fischen, zum Beispiel strikt von morgens bis mittags. Aber der Fluss lebt nach seinen eigenen Gesetzen. Die Aktivität des Wallers hängt vom Wetter, dem Luftdruck und der Wanderung der Futterfische ab. Gestern biss er vielleicht in der Morgendämmerung, morgen kommt er erst zum Sonnenuntergang heraus.

Klopfen auf Wels am Tag

Oft ist beim Klopfen mit Wallerholz die Mittagszeit erfolgsversprechend

Das Wallerholz ist ein Werkzeug, das passive Welse wachrüttelt. Aber wenn ihr auf dem Echolot Dutzende Aufsteiger seht, es aber keine Bisse gibt, heißt das nicht, dass ihr etwas falsch macht. Der Wels ist gerade einfach nicht in der Fressphase. Versucht, eure Angelzeit zu verschieben. Wenn es morgens ruhig war, kommt abends zurück. Die Fähigkeit, sich anzupassen, ist die wichtigste Waffe eines Walleranglers.

Welsangeln mit Wallerholz

Vitali Dalke bevorzugt späten Nachmittag um Welse mit dem Wallerholz zu fangen

Fehler 4: Panischer Köderwechsel

Oft läuft es so ab: Der Waller steigt auf, nähert sich dem Köder, schaut ihn sich an und dreht ab. Der Angler gerät in Panik und fängt an, die Köder durchzuwechseln: Tauwurm, Muschel, Leber, Köderfisch. Verwandelt euer Boot nicht in eine Imbissbude.

Vitali Dalke bevorzugt Tauwurm als Köder beim Klopfen auf Wels

Ein Tauwurmbündel ist einer der besten Köder beim Klopfen

Wenn der Waller nicht beißt, liegt es meistens nicht am Köder, sondern an seiner Stimmung. Ich fische oft am liebsten mit dem Tauwurm. Das ist ein universeller, duftender und lebendiger Köder. Wenn der Waller kein Bündel frischer Würmer will, wird er sich wahrscheinlich gerade auch nicht von etwas anderem anlocken lassen. Vertraut eurem Köder und verschwendet keine Zeit mit dem ständigen Ummontieren. Nutzt die Zeit lieber für die Suche nach aktiven Fischen an einem anderen Ort.
Ein kleiner Widerspruch dazu: Wenn an einem Gewässer extremer Angeldruck herrscht und fast alle mit Tauwürmern fischen, dann ist genau der richtige Zeitpunkt, dem Waller etwas völlig anderes anzubieten.

Рекордный сом пойманный на квок

Einer der größten Klopfwallern von Vitali Dalke, den er mit einem Köderfisch überlisten konnte.

Fehler 5: „Schlaghammer-Technik“ und Monotonie

Kommen wir zur Technik. Ich habe oft beobachtet, wie Angler ohne Pause mit dem Wallerholz auf das Wasser einschlagen, wie mit einem Schlaghammer. Das ist falsch. Das Klopfen sollte besonnen sein. Bei starker Strömung muss man öfter mit dem Wallerholz arbeiten, bei ruhigem Wasser sind längere Pausen nötig.

Vlad und Vitali Dalke mit kleinem Wels der im Flachwasser gebissen hat

Diesen kleinen Wels fing Vitali Dalke mit seinem Sohn in nur 2 Meter Tiefe. Die Klopftechnik muss an verschiedene Situationen angepasst werden.

Monotonie schadet ebenfalls. Klopft nicht wie ein Roboter: drei Schläge – Pause, drei Schläge – Pause. Variiert den Rhythmus! Macht zwei kräftige, laute Schläge und einen dumpfen, bassigen und wartet ab. Dann eine Serie von zum Beispiel fünf Schlägen in verschiedenen Tonlagen. Euer wichtigster Ratgeber ist das Echolot. Beobachtet die Reaktion des Fisches. Manchmal braucht es eine Serie harter Schläge, um den Wels zu locken, und manchmal reicht ein einziger leichter Klapps, um sein Interesse zu wecken. Lernt, die Stimmung des Fisches auf dem Echolot-Bildschirm zu lesen.

Fehler 6: Überflüssige Bewegungen bei Fischkontakt

Das ist der entscheidende Moment, an dem viele scheitern. Ihr seht auf dem Bildschirm eine dicke Linie, die rasch auf euren Köder zukommt. Das Adrenalin schießt ein, und die Hand fängt verräterisch an, an der Rute zu zucken, um dem Fisch „etwas vorzuspielen“. Das ist ein fataler Fehler. In seltenen Fällen kann man den Köder leicht bewegen, aber das muss extrem sanft geschehen.

Sobald der Waller am Köder ist: Erstarren! Jede ruckartige Bewegung des Köders nach oben oder unten verschreckt den vorsichtigen Räuber. Erlaubt sind nur mikroskopisch kleine Bewegungen. Wenn der Waller über dem Köder vorbeizieht, hebt die Montage ganz langsam auf sein Niveau an, aber ohne jedes Rucken.

Vlad Dalke mit seinem ersten Wels mit Wallerholz

Vlad Dalke mit seinem ersten Wels mit Wallerholz

Und noch eine Nuance – der Anhieb: Schlagt nicht beim ersten Kontakt an, es sei denn, der Biss ist gewaltig. Normalerweise testet der Wels erst vorsichtig und saugt den Köder ein. Wenn ihr Druck oder einen deutlichen Zug spürt, gebt mit der Rute leicht nach vorne, lasst ihm ein bis zwei Sekunden zum Schlucken und setzt erst dann einen kräftigen Anhieb.

Vermeidet diese Fehler, beobachtet die Natur, und der kapitale Wels wird sicher in eurem Boot landen. Wir sehen uns am Wasser!

Vitali Dalke mit Wallerholz am Rhein

Vitali Dalke fing seine ersten Welse mit Wallerholz am Rhein bereits Anfang 2000

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